Kleine saftige Kartoffel-Lebkuchen

Als ich vor drei Jahren gegenüber meinen Eltern erwähnt habe, dass ich die Lebkuchen selber backe, wurde ich, besonders von meinem Vater, belächelt: „So vui Aufwand, des is des doch gar ned wert. De kaften san a ned anders.“
Aber ich war damals schon davon überzeugt, dass die selbstgemachen Lebkuchen viel viel besser sind als die meisten gekauften, aus meiner Sicht auch besser als die original „Nürnberger Schmidt-Lebkuchen“.

Außen knackig, innen nusszig und weich – Lebkuchen gehören zu Weihnachten wie kaum ein anderes Gebäck

Ich habe mich für ein Rezept mit durchgedrückten Kartoffeln entschieden. Dadurch benötige ich kein Mehl und die Lebkuchen sind schön weich und saftig. Da ich Orangeat und Zitronat nicht so besonders mag hacke ich beides so klein wie möglich. So habe ich die fruchtige Note aber muss nicht befürchten auf eines der Stückchen zu beißen. Den gewissen Crunch erhalten die Lebkuchen durch den Anteil gehackter Haselnüsse und natürlich der knackigen Schokolade, mit der sie umhüllt sind.

Ist die Schokolade oder Kuvertüre richtig temperiert trocknet sie seidenmatt ab und knackt beim Reinbeissen

Also ich könnte mich in diese Lebkuchen reinlegen und in diesem Jahr konnte ich auch endlich meine Eltern davon überzeugen, dass sich der Aufwand auf jeden Fall lohnt und sie jede Anstrengung wert sind.

Die Lebkuchen erhalten mehr „Biss“ durch den Anteil gehackter Haselnüsse

Um die Lebkuchen möglichst gleichmäßig und perfekt zu formen benutze ich eine so genannte Lebkuchen-Glocke. Eine spezielle Holzform, die das Formen der Lebkuchen um so vieles einfacher und schneller macht. Der Teig wird einfach in die Form gestrichen, gerade so viel, dass die vorhandene Mulde gut ausgefüllt ist und dann wird eine Oblate auf den Teig „geklebt“. Nun die Glocke, mit der Oblate nach unten, über das Backblech halten und am vorhanden Knopf drehen (ähnlich wie bei einer Pfeffermühle). Der Lebkuchen ploppt quasi von selbst aus der Form uns sieht einfach super schön und professionell aus.
Die Lebkuchenglocken gibt es in zwei verschiedenen Größen, da ich meine Lebkuchen lieber etwas kleiner mag, habe ich mich für die mit 70 cm Durchmesser entschieden.

Kleine saftige Kartoffel-Lebkuchen
 
Zubereitungszeit
Kochzeit
Gesamt
 
Autor:
Rezept-Typ: Plätzchen
Küche: Deutsch
Zutaten
  • 500 g mehlig kochende Kartoffeln
  • 4 Eier
  • 500 g gemahlene Haselnüsse
  • 100 g gehackte Haselnüsse
  • 2 TL Lebkuchengewürz
  • 4 TL Backpulver
  • 300 g brauner Zucker
  • 100 g Orangeat
  • 100 g Zitronat
Außerdem:
  • Backoblaten (ø 70 mm)
  • ca. 300 g Zartbitter-Kuvertüre
  • etwas weiße Kuvertüre oder Candymelts zum Verzieren
Zubereitung
  1. Kartoffeln kochen, schälen und abkühlen lassen. Danach durch eine Kartoffelpresse drücken.
  2. Orangeat und Zitronat fein hacken.
  3. Den Backofen auf 180°C (Ober-/Unterhitze) vorheizen. Backbleche mit Backpapier auslegen.
  4. Alle Zutaten in eine große Schüssel geben und miteinander vermengen, bis ein homogener Teig entstanden ist.
  5. Danach den Teig entweder mit einer Lebkuchenglocke auf die Oblaten setzen oder mit einem Palettenmesser kuppelförmig auf die Oblaten streichen.
  6. Die einzelnen Lebkuchen mit ausreichend Abstand auf die Bleche verteilen.
  7. Die Lebkuchen nun auf mittlere Schiene für ca. 20 Minuten backen.
  8. Die gebackenen Lebkuchen auf einem Abkühlgitter erkalten lassen.
  9. Währenddessen die Kuvertüre grob hacken und ca. ⅔ in einer Schüssel über dem Wasserbad schmelzen. Hat die Kuvertüre 42°C erreicht (ACHTUNG: Schokolade nicht überhitzen!) die Schüssel vom Wasserbad nehmen und das restliche drittel hinzufügen. Die Kuvertüre nun so lange rühren, bis sich die Stückchen komplett aufgelöst haben.
  10. Nun die Lebkuchen mit der Kuvertüre überziehen. Die Schokolade sollte relativ schnell seidenmatt abtrocknen und fest werden.
  11. Anschließend die weiße Kuvertüre oder die Candymelts schmelzen und in eine kleine Spritztüte füllen. Die Spitze etwas abschneiden und mit etwas Schwung als Verzierung auf die Lebkuchen spritzen.

 

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